Isabel Bogdan am 30.01.2025 in der Stadtbibliothek Königstein
Am Donnerstag, den 30. Januar stellte Isabel Bogdan vor etwa zahlreichen Besuchern ihren Roman „Wohnverwandtschaften“ vor. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Stadtbibliothek Königstein statt und bot Literaturinteressierten die Möglichkeit, eine sehr sympathische Autorin hautnah zu erleben.
Mit ihrem Debütroman „Der Pfau“ landete die zuvor als Übersetzerin tätige Isabel Bogdan 2016 einen Überraschungserfolg. Die Geschichte einer zusammen gewürfelten Gesellschaft, die sich auf einem schottischen Landsitz zusammenraufen muss, wurde ein Bestseller und wurde bereits verfilmt. 2019 folgte „Laufen“, ein Roman über die Verarbeitung eines Verlusts.
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Während ihrer Lesung machte uns Frau Bogdan auch mit ihren vier Protagonisten bekannt und erzählte, wie die Figuren entstanden und sich im Schaffensprozess für jeden eine nahezu komplette Vita entwickelte.
Jörg, Anke, Murat und Constanze finden in „Wohnverwandtschaften“ eher zufällig zueinander. Jörg ist ein ehemaliger Journalist, Witwer und Wohnungsbesitzer in Hamburg. Er plant eine Reise mit seinem Bulli quer durch Europa nach Georgien. Anke ist Schauspielerin mit finanziellen Problemen und hofft darauf, dass sie beim nächsten Casting Erfolg hat. Murat ist der sympathische und emotionale Anker der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. Er gärtnert leidenschaftlich, kocht für alle, spielt Fußball und ist da, wenn man ihn braucht. Constanze ist die Jüngste und hat sich kürzlich von ihrem langweiligen Lebenspartner getrennt und zieht als „die Neue“ in Jörgs altes Arbeitszimmer ein.
Die unterschiedlichen Charaktere müssen nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit ihrer Wohnsituation zurechtzukommen. Bis auf kleinere Krisen funktioniert dies auch, bis Jörg immer mehr vergisst, die Orientierung verliert, als Liebhaber von Worten keine Worte mehr findet und schließlich zunehmend Hilfe benötigt. Das bestehende Gefüge gerät durcheinander. Die Zweckgemeinschaft wird zur Wahlfamilie.
Isabel Bogdan hat die vielen Fragen des begeisterten Publikums bereitwillig beantwortet und auch erläutert, wie die Krankheit Demenz als eines der großen Herausforderungen für Familien wie selbstverständlich als Thema in ihren Roman gelangt ist: „Ich bin Mitte 50, und im kompletten Freundeskreis ist das Thema Nummer eins gerade „alte Eltern“ und Herausforderungen mit Angehörigen, die an Demenz erkrankt sind.“
Im Anschluss an die gelungene Lesung hatten die Besucher die Gelegenheit, sich die Bücher der Autorin signieren zu lassen.
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