Spannende Bücher, viel Humor und ein Blick hinter die Kulissen des Bücherschreibens

Wie spannend Bücher sein können, erlebten Kinder und Jugendliche in Königstein bei mehreren Lesungen mit der Kinderbuchautorin und Illustratorin Annette Roeder. Auf Einladung des Fördervereins LeseLust Königstein e.V. nahm sie die jungen Zuhörer mit in fantasievolle Welten, ließ sie miträtseln und beantwortete zahlreiche Fragen rund ums Lesen und Schreiben.

Anlässlich des bundesweiten Tags der Bibliotheken am 24. Oktober organisierte der Verein zunächst eine Lesung in der Stadtbibliothek. In vielen Bibliotheken wird seit seiner Einführung mit vielfältigen Veranstaltungen auf die Leistungen der Bibliotheken als unverzichtbare Kultur- und Bildungseinrichtungen hingewiesen. Schnell entstand die Idee, auch den Schulen die Begegnung mit der Autorin zu ermöglichen. Dank der Übernahme der Reise- und Übernachtungskosten durch den Förderverein konnten die Veranstaltungen in den Schulen kostengünstig angeboten werden.

So begeisterte Annette Roeder in der vergangenen Woche bei drei Lesungen Kinder der Grundschulen Falkenstein und Königstein. Aber auch an der St. Angela-Schule Königstein war sie zu Gast. Dort stellte sie am Freitag, 23. Oktober, den Fünftklässlerinnen der Realschule ihre Geschichte „Frag Philomena Freud – die Perlenspinne“ vor. Den Abschluss bildete eine wunderbare Lesung am Samstagnachmittag in der Stadtbibliothek.Annette Roeder

Im Mittelpunkt der Lesungen an der St. Angela Schule und in der Stadtbibliothek stand Annette Roeders 2025 erschienenes Buch „Frag Philomena Freud – die Perlenspinne“. Darin verschlägt es die Leserinnen und Leser ins Wien des Jahres 1922. Das 14-jährige Waisenkind Philomena arbeitet als Schuhputzerin vor der Praxis des berühmten Psychoanalytikers Sigmund Freud und bekommt dabei so manches Geheimnis mit. Als die junge Sidonie Wallersee beschuldigt wird, ihre wohlhabende Vormundin ermordet zu haben, zweifelt Philomena an ihrer Schuld. Eine ungewöhnliche Mordwaffe – eine Hutnadel in Form einer perlenbesetzten Spinne – gibt ihr weitere Rätsel auf. Kurzerhand beschließt das mutige Mädchen, den Fall selbst aufzuklären. Mit viel Wiener Humor, historischen Einblicken und einer spannenden Detektivgeschichte zog Annette Roeder ihr Publikum in den Bann. Dabei erfahren die Leser auch, wie unterschiedlich das Leben von Arm und Reich war und unter welchen Bedingungen Kinder in den 1920er-Jahren lebten.
Ein Glossar hilft dabei, ungewohnte Begriffe  zu verstehen.

Doch nicht nur die Geschichte selbst sorgte für Gesprächsstoff. Die Autorin gewährte Kindern und Erwachsenen auch Einblicke in ihren Schreiballtag. So berichtete sie, dass sie für den ersten Band ihrer Detektivreihe intensiv in der Stadt Wien recheriert  hatte und fast vier Monate lang mitunter auch einmal 12 bis 14 Stunden am Tag geschrieben hatte – völlig vertieft in ihre Geschichte. So lassen sich viele, im Buch beschriebenen Bauten und Örtlichkeiten, bei einem Rundgang in Wien wiederfinden.

Besonders aufmerksam hörte das Publikum zu, als eine junge Nachwuchsautorin wissen wollte, wie man es schafft, ein Buch tatsächlich zu Ende zu schreiben. Die Antwort: Eine gute Planung vorab ist entscheidend und unabdingbar. Wer einfach drauflosschreibt, kann schnell den Überblick über Figuren und Handlung verlieren. Ebenso wichtig sei die Überarbeitung gemeinsam mit der Lektorin, damit Abläufe, Übergänge und Charaktere stimmig sind.

Annette Roeder wurde in München geboren und studierte zunächst Architektur. Anschließend widmete sie sich zunehmend der Buchillustration und gestaltete unter anderem Bilderbücher und Kunst-Malbücher. Seit 2010 ist sie verstärkt als Autorin tätig. Zu ihren bekannten Werken zählen die Kinderbuchreihe „Die Krumpflinge“, „Weck niemals einen Drachen“ und „Meine nicht ganz normale Familie“.

Die Begegnungen in Königstein zeigten eindrucksvoll, wie lebendig Literatur sein kann, wenn Kinder aktiv einbezogen werden. Miträtseln, Fragen stellen und direkt mit einer Autorin ins Gespräch kommen – all das  fördert das Interesse an Büchern und stärkt die Freude am Lesen nachhaltig.

Wer selbst in die Geschichten der Autorin eintauchen möchte, findet sämtliche Bücher von Annette Roeder in der Stadtbibliothek.

Gruppenbild mit der Autorin Annette Roeder, Sandra Bongards, Dr. Sabine Ruoff, Christina Bräutigam

Der Förderverein LeseLust Königstein e. V. bedankt sich herzlich bei Annette Roeder für die unterhaltsamen Veranstaltungen sowie bei den Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek für ihre Unterstützung.